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News - HB Austria Holding GmbH

Branche: www.hbaustria.at | Autor: Mag. Thomas Riemer | Datum: 10.06.2010 | Quelle: GfK

Westeuropäischer Markt für Elektrogeräte zeigt positives Wachstum


Im ersten Quartal 2010 gaben die westeuropäischen Verbraucher 46,5 Milliarden Euro für Elektrogeräte aus. Dies entspricht insgesamt einem Zuwachs von 2,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal.

Der Markt für Elektrokleingeräte verzeichnete das größte Wachstum. Er schloss das erste Quartal 2010 in Westeuropa mit einem Plus von insgesamt 6,5 Prozent ab. Der Markt für Telekommunikation zeigte sich ebenfalls positiv (+4,9 Prozent), gefolgt von den Elektrogroßgeräten (+4,1 Prozent). Der Fotomarkt legte um 2,7 Prozent zu. Mit einem Anstieg von 0,7 Prozent verbesserte sich der Markt für Unterhaltungselektronik nur leicht, während Bürogeräte und Verbrauchsmaterialien um 1,2 Prozent zurückgingen.

Elektrokleingeräte – Wachstum kommt aus mehreren Warengruppen

Im ersten Quartal 2010 gaben die Verbraucher insgesamt 3,4 Milliarden Euro für Elektrokleingeräte aus. Dies bedeutet einen Umsatzanstieg von 6,5 Prozent gegenüber des gleichen Zeitraums 2009. Positiv entwickelten sich Großbritannien (ohne Berücksichtigung von Währungseffekten) und Spanien und Schweden.

Ein genauer Blick auf den Markt für Bodenstaubsauger zeigt, dass Zylinder-Staubsauger die wesentlichen Wachstumstreiber waren. In Großbritannien erholten sich die Abverkäufe von Klopf-Bürst-Staubsaugern deutlich. Roboter-Staubsauger halfen bei der Umkehr des bisher rückläufigen Trends in Südeuropa.

In dem Bereich der Heißgetränkezubereitung entwickelten sich die Geräte mit portionierbaren Systemen besonders gut: Espressomaschinen mit Kapselsystem sahen sich einem steigenden Bedarf in fast allen Ländern gegenüber, auch Kaffeemaschinen mit Padsystem entwickelten sich gut. Darüber hinaus trugen auch die Wasserkocher zu der erfreulichen Entwicklung bei den Elektrokleingeräten bei.

Ein bemerkenswertes Wachstum der herkömmlichen Küchenmaschinen unterstützt das Wachstum im gesamten Markt für Elektrokleingeräte.

Das am wenigsten dynamische Segment dieses Markts war im ersten Quartal der Körperpflegemarkt. Lediglich bei den Herren Rasierern sowie dem Haarpflegemarkt gab es kleine positive Signale.

In Bezug auf die Entwicklung im Jahr 2010 wird eine weitere Stabilisierung auf dem Markt für Elektrokleingeräte erwartet. Viele Länder, die im Jahr 2009 eine negative Entwicklung zu verzeichnen hatten, zeigen bereits eine signifikante Erholung.

Telekommunikation – Erholung im ersten Quartal 2010

Während der Markt für Telekommunikation im vierten Quartal um 3,2 Prozent zurückging, sieht das erste Quartal vielversprechend aus: der Markt verzeichnete einen Umsatz von 5,1 Milliarden Euro (alle Telekommunikationsumsätze basieren auf subventionierten Verkaufspreisen), was einem Anstieg von 4,9 Prozent entspricht. Die Märkte in Großbritannien, Schweden und den Niederlanden verzeichneten zweistellige Wachstumsraten beim Umsatz. Auch in Deutschland und Frankreich erholte sich der Umsatz. Spanien, Belgien und Portugal dagegen mussten im ersten Quartal einen Rückgang in Kauf nehmen, während Österreich unverändert blieb.

Wie bereits im Jahr 2009 ging der Trend weiterhin zu Smartphones. Bereits eines von fünf verkauften Anschlussgeräten verfügte über ein offenes Betriebssystem und einen Touchscreen oder eine Tastatur als Benutzerschnittstelle. Offene Betriebssysteme beinhalten Symbian 60, Windows Mobile, Linux, Android, iphone OS, RIM und Palm WebOS. Immer mehr offene Betriebssysteme werden auch für Netbooks, Webbooks und bald sogar für Drucker verwendet.

Im ersten Quartal 2010 waren die Smartphones für mehr als 40 Prozent des Umsatzes verantwortlich. Zuerst als Produkte für den geschäftlichen Bereich verkauft, gewinnen sie nun auch auf dem Markt für private Verbraucher an Beliebtheit. Die Möglichkeit, jederzeit und überall das Internet nutzen zu können, ist insofern bereits Realität. E-Mailen über das Handy wird zunehmend eine Alternative zu den sehr beliebten SMS-Services. Navigationssoftware ist auf den Geräten häufig bereits vorinstalliert. Indem die Möglichkeit, soziale Netzwerke zu nutzen, von den Notebooks und PCs zu Hause auf die Smartphones übertragen wird, fühlt sich auch die jüngere Zielgruppe durch die Smartphones immer stärker angesprochen.

Mit Hilfe einer großen Bandbreite von neuen, innovativen Smartphones, die auf dem Mobile World Congress in Barcelona vorgestellt wurden, und die bereits zum Teil in den Regalen der Händler verfügbar sind, wird der Trend zu den Smartphones auch im Jahr 2010 anhalten.

Elektrogroßgeräte – hochwertige Features lassen den Markt aufleben

Der Markt der Elektrogroßgeräte verzeichnete im ersten Quartal 2010 die dritthöchsten Wachstumsraten. Insgesamt stieg der Umsatz um 4,1 Prozent auf 7,7 Milliarden Euro. Lediglich in den Niederlanden ging der Umsatz leicht zurück. Die Entwicklung in den anderen Märkten Westeuropas war positiv. In Portugal und Schweden wuchs der Markt sogar zweistellig nach einem zweistelligen Rückgang Anfang 2009.

Bei den Waschmaschinen setzte sich der Trend zu einer höheren Ladekapazität sowohl für Frontlader als auch für Toplader fort. Mehr als 40 Prozent (2009: 32 Prozent) der Frontlader fassen mittlerweile mehr als sechs Kilogramm Wäsche. In Griechenland sind es sogar sechs von zehn Geräten, die eine Ladekapazität von mehr als sechs Kilogramm haben. Damit ist das Land in diesem Bereich die Nummer 1 in Westeuropa. Hingegen bleibt in Westeuropa ein Ladevermögen von mehr als 9 Kilogramm weiterhin eine Nische. Bereits zehn Prozent der verkauften Frontlader in Westeuropa sind mit Energieeffizienz der Klasse A oder besser ausgestattet, was einen Anstieg von drei Prozent im vergangenen Jahr bedeutet. Den höchsten Anteil dieser energiesparenden Geräte hat der deutsche Markt, in dem das Thema Umwelt stets eine wichtige Rolle spielt.

Bei den Wäschetrocknern machten Wärmepumpentrockner mit einer hohen Energieeffizienz 18 Prozent des Umsatzes in Westeuropa aus, in Italien lag dieser Anteil sogar bei 50 Prozent. Dabei ist jedoch zu beachten, dass diese Warengruppe in Italien traditionell eine vergleichsweise geringe Verbreitung und damit moderate Marktgröße hat. Verbraucher, die sich für ein Gerät der Energieeffizienzklasse A oder höher entscheiden sind in der Regel gut situiert, gut ausgebildet und gehören eher einer umweltbewussten sozioökonomischen Bevölkerungsgruppe an.

Im Markt der Kühlgeräte entfiel ein Drittel des Umsatzes auf freistehende Kühl-/Gefriergeräte mit Gefrierteil unten, die damit das zugkräftigste Segment in Westeuropa sind. Den höchsten Anteil hatten sie in Spanien mit mehr als 60 Prozent. In Österreich führte die Abwrackprämie für Kühlgeräte Ende 2009 zu einem sehr starken Jahresendgeschäft bei Geräten der Energieeffizienzklasse A++. Es war klar, dass sich die Umsätze für A++ Anfang 2010 nicht in dieser Höhe weiterentwickeln würden, es konnte dennoch in etwa die Hälfte des Zuwachses beibehalten werden.

Produkte mit qualitativ hochwertiger Ausstattung hatten auch im Bereich der Kochmulden Erfolg. Eines von fünf verkauften Kochfeldern in Westeuropa ist mit Induktionstechnologie ausgestattet. Selbst in Ländern wie Frankreich oder Großbritannien, in denen traditionell Gas zum Kochen verwendet wird, steigen Verbraucher zunehmend von Gas auf Induktion um, da das Hitzeverhalten der beiden Technologien ähnlich ist.

Im Laufe des Jahres 2010 wird eine leichte Erholung für Westeuropa erwartet. In Osteuropa hingegen wird  die Situation vermutlich schwierig bleiben.

IT – Windows 7 setzt Upgrade-Welle in Gang

Der Markt für Informationstechnologie, der zweitgrößte Markt nach der Unterhaltungselektronik, erreichte im ersten Quartal 2010 einen Wert von 11,5 Milliarden Euro. Die Wertentwicklung verlief in Westeuropa mit einem Anstieg von 3,6 Prozent positiv. Allerdings schwanken die Wachstumsraten zwischen den einzelnen Ländern. In Schweden und Belgien legte der IT-Markt sehr stark zu, während in Deutschland, den Niederlanden, Frankreich, Griechenland und Großbritannien einstellige Wachstumsraten erreicht werden konnten. Das Interesse der Verbraucher richtete sich auf Mobile Computer sowie auf Zubehör, Peripherie Geräte, Software und speziell All-In-One-Desktop Computer.

Die erfolgreiche Einführung von Windows 7 setzte einen Ersatz- und Upgradeprozess in Gang. Viele Verbraucher übersprangen Windows Vista und nutzten weiterhin ihre Hardware, Software und bisheriges Zubehör. Dies führte dazu, dass viele in Gebrauch befindliche Produkte bei der Windows 7 Einführung überholt und die Konsumenten dadurch "bereit" für ein Update waren. Da die Verbraucher zunehmend informierter sind, interessieren sie sich für eine breite Produktpalette. Folglich wird eine positive Entwicklung für das Jahr 2010 erwartet.

Foto – Spiegelreflexkameras weiterhin beliebt

Im Fotomarkt stieg das Umsatzvolumen auf fast 2 Milliarden Euro. Damit lag es 2,7 Prozent höher als im Vorjahresquartal und entwickelte sich im Vergleich zu den anderen Quartalen 2009 erfreulich. In Portugal und Schweden zeigte der Trend nach oben, ebenso wie in Österreich, Deutschland und Großbritannien, wo der Markt um rund 5 Prozent wuchs.

In Osteuropa zeichnet sich für Fotoprodukte eine Erholung ab und in Westeuropa zeigt sich ein deutlich positiver Trend.

In den einzelnen Segmenten stiegen die Durchschnittspreise in den westeuropäischen Ländern, da die Verbraucher vor allem qualitativ hochwertige Ausstattungen sowie neue Kamerasysteme wie "Micro Four Third" nachfragten. Eine große Bedeutung spielten auch HD-Funktionen bei digitalen Kameras. 30 Prozent des Verkaufsvolumens und mehr als 50 Prozent des Umsatzwerts entfallen auf Geräte mit HD Funktion. Sogar bei digitalen Kameras ohne Wechselobjektiv hatte fast ein Drittel der Geräte eine HD-Funktion. Außerdem wurden vermehrt Fotoapparate mit 26 mm Weitwinkel gekauft, deren Anteil im Bereich digitaler Kameras ohne Wechselobjektiv mittlerweile auf 15 Prozent gestiegen ist. Ein weiterer neuer Markttrend im Bereich Foto sind Touch Screens.

Der Verkauf von Multimediakameras nahm in allen westeuropäischen Ländern deutlich zu. Dabei handelt es sich um Geräte, mit denen Videos zum Teil mit Ton aufgenommen werden können. Diese Produkte sprechen vor allem junge und Lifestyle-orientierte Verbraucher an, die Fotos und Videos häufig via Internet austauschen. 

Insgesamt waren im ersten Quartal 2010 insbesondere Produktinnovationen die wichtigsten Wachstumstreiber im Fotomarkt.

Unterhaltungselektronik – LCD-Fernseher hoch im Kurs

Der Sektor Unterhaltungselektronik, der auch im ersten Quartal 2010 der größte Markt ist, stieg mit einem Umsatz von 12,1 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahresquartal leicht um 0,7 Prozent an. Damit hat der Markt die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise endgültig überwunden.

Zum positiven Ergebnis trugen mehrere Trends bei. Die wichtigste Kategorie, die Flachbildfernseher wuchsen weiterhin, da in den meisten europäischen Ländern immer noch viele alte Röhrengeräte durch neue Flachbildfernseher ersetzt werden. Dadurch stieg ihr Anteil auf derzeit 40 Prozent weiter stark an. Unterstützt wird diese Entwicklung von der kommenden Fußballweltmeisterschaft in Südafrika. Da sich die Preise in den vergangenen Monaten stabilisiert haben, verbesserte sich auch die Erlössituation.

Ein weiterer Grund ist die Umstellung auf _Digitales-Fernsehen. Mit dem Ende des analogen Fernsehempfangs werden neue Set-Top-Boxen und manchmal sogar neue Fernsehgeräte benötigt. Diese Entwicklung ließ sich im ersten Quartal 2010 vor allem in Spanien (+16 Prozent), Italien (+7 Prozent) und Portugal (+4 Prozent) beobachten.

Generell wird Home Entertainment mit qualitativ hochwertigeren HiFi-Geräten bzw. gesamten Fernsehumgebungen bei den Verbrauchern immer beliebter. Wichtige Impulse kamen aus den Bereichen BluRay, Heimkino-Systeme, Lautsprecher und HD Set-Top-Boxen, wo zudem höhere Durchschnittspreise erzielt wurden.

Die Verbraucher zeigen mit ihrer Bereitschaft in Flachbildschirme, HD und Lautsprecher zu investieren, einen klaren Trend zum Homing. Zusammen mit dem positiven Einfluss der Fußballweltmeisterschaft wird in der wichtigsten Kategorie der Flachbildfernseher sogar ein noch besseres zweites Quartal 2010 erwartet.

Sektor- und Länderentwicklungen in Westeuropa weiterhin unterschiedlich

Im ersten Quartal des Jahres 2010 erzielten alle westeuropäischen Länder positive oder wenigstens stabile Wachstumsraten. Der GfK TEMAX® steigt um 2,7 Prozent. Damit ist der Markt für technische Gebrauchsgüter zurück auf dem Wachstumspfad. Bei der Beurteilung darf nicht aus den Augen gelassen werden, dass sektor- und länderspezifisch unterschiedliche Entwicklungen vorliegen.

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